Fehlerfreie Texte: Lektorat und Korrektorat für Unternehmen
Ein Lektorat – das ist doch das, was Bücher bekommen, oder? Ja, auch. Aber das ist nur ein Anwendungsgebiet. Du kannst auch deine Website, deinen Blog und deine Unternehmenskommunikation lektorieren oder korrigieren lassen. Weshalb das sinnvoll ist und was Lektorat und Korrektorat genau sind, erkläre ich dir hier.
TL;DR: Das Wichtigste zu Korrektorat und Lektorat auf einen Blick
- Rechtschreib- und Grammatikfehler auf Websites, in Blogs oder in der Unternehmenskommunikation wirken unprofessionell und können das Vertrauen deiner potenziellen Kunden beeinträchtigen.
- Ein Korrektorat beseitigt Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler und vereinheitlicht Schreibweisen. Ein Lektorat geht weiter und optimiert zusätzlich Stil, Ausdruck, Struktur, Verständlichkeit und den roten Faden.
- Professionelle Korrektorate und Lektorate bieten Agenturen und Freelancer an. Rechtschreibprogramme und KI-Tools können bei der Fehlerkorrektur unterstützen, ersetzen aber nicht immer die Prüfung durch erfahrene Sprachexperten.
- Ein Korrektorat kostet meist etwa 3 bis 7 Euro pro Normseite, ein Lektorat rund 5 bis 10 Euro pro Normseite. Fach-, SEO- und Übersetzungslektorate können teurer sein.
- Sind deine Texte inhaltlich und stilistisch bereits gut, reicht meist ein Korrektorat. Möchtest du auch die Verständlichkeit, den Lesefluss und die inhaltliche Struktur verbessern, ist ein Lektorat sinnvoll.
Warum sind Lektorat und Korrektorat wichtig?
Rechtschreibung spielt im Alltag gefühlt eine immer kleinere Rolle: Vor allem in Messengern und auf Social Media werfen wir oft nur noch Schlagworte oder Halbsätze hin und her. Zeichensetzung gibt es kaum noch – das sieht selbst bei mir manchmal so aus. Da wird es ja wohl nicht so schlimm sein, wenn deine Website ein paar Fehler enthält, oder?
Weit gefehlt. Rechtschreibfehler auf Unternehmenswebsites oder in offiziellen Schreiben führen immer noch dazu, dass die Leserinnen und Leser ein Gefühl des Unprofessionellen bekommen. Eine Studie zeigt, dass 85 Prozent der Besucher eine Seite mit Grammatik- und Rechtschreibfehlern schnell wieder verlassen. Das ist nicht unbedingt fair: Was sagt es schon über deine Expertise als Zerspanungstechniker oder Change Managerin aus, ob da die Kommata richtig sitzen?
Empfindungen fragen aber nicht nach Fairness. Eine Website voller Fehler hat eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Kunden: Es kann sein, dass sie dein Unternehmen über Suchmaschinen finden, dann aber lieber zur Konkurrenz gehen, weil sie deine Seite wegen der Fehler unseriös finden. Das kannst du aus meiner Sicht mit einem Lektorat oder Korrektorat verhindern.
| Websites ohne Rechtschreib- und Grammatikfehler | Websites mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern |
| Besucher bleiben länger | Besucher bleiben 8 Prozent weniger lange als auf fehlerfreien Seiten |
| Besucher empfinden die Seite als vertrauenswürdig | Besucher schauen lieber nach anderen Experten |
| Google rankt die Seite besser, weil Nutzer ihr offenbar vertrauen | Google rankt die Seite schlechter, weil Nutzer sie schneller wieder verlassen – die Reichweite ist weniger groß, als sie sein könnte |
| Fehlerfreie Google-Ads werden besser geklickt | Fehlerhafte Google-Ads werden schlechter geklickt und kosten mehr |
Kann ich selbst lektorieren oder korrigieren?
Wahrscheinlich nicht. Sprache ist immer im Fluss, verändert sich und erhält neue Regeln. Oft höre ich Sätze wie „Ach so, das ist die neue Rechtschreibung“ – aber die Rechtschreibreform ist drei Jahrzehnte her. Menschen schreiben, wie sie es in der Schule gelernt haben, wenn sie sich danach nicht aktiv mit Sprache befassen.
Professionelle Korrektoren kennen die aktuellen Regeln. Sie wissen, wo sie im Zweifelsfall nachschlagen können, und dank der Übung springen ihnen Fehler direkt ins Auge.
Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Punkt ist die wundersame Arbeitsweise des Gehirns. Du weißt, was du geschrieben hast und was da stehen soll. Deshalb bügelt dein Gehirn beim Lesen kleine Fehler aus: Es korrigiert etwa Buchstabendreher und fügt fehlende Worte hinzu. Faszinierend, aber kontraproduktiv.
Was ist der Unterschied zwischen Korrektorat und Lektorat?
Beide Disziplinen befassen sich mit der Verbesserung von Texten. Der Umfang ist jedoch sehr verschieden. Während das Korrektorat nur auf Rechtschreibung, Grammatik und Syntax blickt, schaut das Lektorat auch auf den berühmten roten Faden, optimiert den Satzbau und bessert inhaltliche Fehler aus. Entsprechend fallen auch die Bearbeitungszeiten und die Preise unterschiedlich aus.
Was ist das Korrektorat?
Das Korrektorat ist die Verbesserung der Rechtschreibung und der Grammatik eines Textes. Ein Korrektorat
- verbessert Fehler
- korrigiert die Zeichensetzung
- optimiert den Satzbau
- vereinheitlicht Schreibweisen
- achtet auf korrekte Silbentrennung
Kurz: Es sorgt dafür, dass deine Inhalte fehlerfrei und gut lesbar sind.

Quelle: Screenshot: https://languagetool.org/de
Wie funktioniert das Lektorat?
Das Lektorat betrachtet den Text ganzheitlicher als das Korrektorat. Es prüft ihn auf:
- Inhalt
- Aufbau und roten Faden
- Logik
- Ausdruck
- Wortwahl
- Stil
Im Zuge des Lektorats werden auch die Korrekturen vorgenommen, die das Korrektorat umfasst. Ein lektorierter Text liest sich angenehm. Inhaltlich ist er korrekt und bietet Mehrwert.
Lektoren macht für die Änderungen Vorschläge, die du annehmen kannst, aber nicht musst. So wird sichergestellt, dass alles im Text verbleibt, was dir wichtig ist. Gerade für Unternehmen kann es essenziell sein, dass sich das Lektorat mit der Branche gut auskennt: Korrekte Fachsprache ist für die Leser ein Hinweis auf deine Expertise.
EXPERTENMEINUNG
Meiner Erfahrung haben Lektoren einen schönen „Blick von außen“, den du oder deine Lieblings-KI nicht haben. Sie sehen, ob du einer Seite, einem Produkttext oder einem längeren Blog mehr Kontext geben musst. Du selbst siehst das oft gar nicht – schließlich kennst du schon all die Informationen, die du vermitteln möchtest.

Welche Möglichkeiten fürs Lektorat und Korrektorat habe ich?
Es gibt verschiedene Anlaufpunkte für dich, wenn du ein Lektorat oder Korrektorat suchst. Du kannst dich an Agenturen wie das typing team oder an Freelancer wenden. Zudem gibt es noch die Möglichkeit, Texte von Rechtschreibprogrammen und KI prüfen zu lassen. KI-Tools etwa helfen beim Korrektorat, beim Lektorat kommen sie an ihre Grenzen.
Agenturen
In Agenturen triffst du immer auf Sprachexperten. Oft hast du auch das Glück, Fachleute zu finden, die sich in deiner Branche gut auskennen und mit dem Fachjargon vertraut sind. Die Arbeit verläuft im Normalfall zügig und zuverlässig, das Ergebnis ist hochwertig.
Freelancer
Im Lektorat oder Korrektorat arbeiten viele Fachkräfte freiberuflich. Hier kannst du Glück haben und hochwertige Arbeit zu vergleichsweise geringen Preisen bekommen. Allerdings kann auch das Gegenteil eintreten – wer allein arbeitet, braucht ein hohes Maß an Disziplin.
Rechtschreibprüfungen und KI-Tools
Grundsätzlich ist es eine gute Idee, Programme für die Rechtschreibprüfung zu nutzen: Sie helfen beim Finden von Flüchtigkeitsfehlern. Eine sehr schlechte Idee hingegen ist es, nur solche Programme zu nutzen und sich blind auf die Vorschläge zu verlassen. Das zeigt etwa dieses Beispiel eines Verbesserungsvorschlags, das mich nachhaltig verblüfft hat:

Quelle: eigener Screenshot
Sprache ist natürlich gewachsen und nicht immer logisch. Maschinen können sie nicht komplett verstehen. Sie können Regeln anwenden. Was sie nicht können, ist die Umsetzung von Ausnahmen der Regeln. Zudem kommt es auch immer wieder vor, das die KI Bezugsfehler macht.
Rechtschreibprüfungen und KI können bei der Korrektur also unterstützend wirken – aber nur, wenn der korrigierende Mensch alle aktuellen Regeln kennt und über ein sicheres Sprachgefühl verfügt.
Was kostet ein Lektorat oder Korrektorat?
Die Kosten für ein Lektorat respektive Korrektorat gehen je nach Anbieter sehr weit auseinander. Manche rechnen nach Normseite ab, andere nach Wörtern, wieder andere nach Stunden. Einige kommen dir bei einem größeren Umfang mit den Grundpreisen ein bisschen entgegen, andere nicht.
Als grobe Faustregel kannst du dir merken: Viele Anbieter korrigieren für drei bis sieben Euro pro Normseite und lektorieren für etwa fünf bis zehn Euro die Seite. Das kann sich allerdings je nach Art des Textes auch noch ändern, falls du Sonderwünsche hast. Angebote, die in der Regel mit etwas höheren Kosten einhergehen, sind etwa:
- Übersetzungslektorat
- SEO-Lektorat
- Fachlektorat
Achte auf die Zeichenzahl
Achte immer darauf, ob die Anbieter eine Zeichenzahl für die Normseite angeben! Ursprünglich lag die nämlich bei ca. 1.800 Zeichen – manche Anbieter rechnen (wegen Absätzen, Dialogen und so weiter) aber auch mit 1.500 oder 1.600 Zeichen, was den Preis in die Höhe treibt.
Fazit: Korrektorat und Lektorat lohnen sich
Mit einem Korrektorat kannst du alle Fehler von deiner Website, aus deiner Unternehmenskommunikation und aus deinem Blog verschwinden lassen. Dein Unternehmensauftritt wirkt dadurch seriöser und professioneller.
Ein Lektorat kann aus all deinen Online-Inhalten ein in sich stimmiges Bündel schnüren: Stilistisch einheitlich und inhaltlich korrekt bekommt dein Internetauftritt einen Wiedererkennungswert, der zur Markenidentität beiträgt. Denselben Effekt erzielst du übrigens, wenn du deine Website und deine Blogartikel alle von einer Person erstellen lässt.
Wofür du dich auch entscheidest: Das Geld ist auf jeden Fall gut angelegt. Legst du diese Aufgaben in die Hände von Profis, kannst du dich ruhigen Gewissens um andere Aufgaben kümmern.
Hast du Interesse an einem Korrektorat oder Lektorat, sprich uns gern einfach an!
FAQ: Meistgestellte Fragen rund um Lektorat und Korrektorat
Welche KI eignet sich für ein Korrektorat?
Unserer Erfahrung nach erhältst du mit allen gängigen Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini ein ordentliches Korrektorat. Rechtschreibfehler und Grammatikfehler erkennen KI-Tools mittlerweile sehr gut.
Sollte ich KI für ein Lektorat verwenden?
Nein, das Lektorat solltest du lieber einem passenden Freelancer oder einer Agentur anvertrauen. Eine KI kann dir zwar Fehler in Rechtschreibung und Grammatik aufzeigen, bei Sinn und Verstand hört’s jedoch schnell auf.
Was ist ein B2B-Lektorat?
Bei einem B2B-Lektorat blicken wir auf deine Texte im Geschäftsumfeld: Passen sie zur Tone of Voice deines Unternehmens? Haben sie eine konsistente, sprachliche Linie? Ein B2B-Lektorat kommt vor allem bei wichtiger und längerer Unternehmenskommunikation zum Einsatz, etwa Geschäftsberichten oder Whitepapern.